Buchtipp: Richtig führen ist einfach

Viele Manager sind deshalb Führungskräfte geworden, weil sie in ihrem Fach gut waren. Führung wird dann quasi zur Belohnung für gute Arbeit. Aber Führung erfordert ganz andere Qualitäten als die reine Fachexpertise. Letztere rückt mit steigender Führungsverantwortung immer mehr in den Hintergrund. Ja, sie kann sogar hinderlich sein, wenn Führungskräfte, die zugleich hervorragende Fachleute sind, immer wieder im Tagesgeschäft mitmischen wollen und dabei ihre eigentlich Aufgabe, nämlich das Führen vernachlässigen.

Aber wie lernt man gute Führung und was ist überhaupt gute Führung? Matthias K. Hettl unternimmt in seinem Buch „Richtig führen ist einfach“ gar nicht erst den Versuch einer Definition. Er betont hingegen, dass es ungefähr so viele Definitionen von Führung wie Fachautoren gibt. Er liefert stattdessen, stark orientiert an Kenneth Blanchards Konzept des situativen Führens („Der Minuten Manager“) ein Handbuch für Führungskräfte, das einen guten Überblick über Führungskonzepte und –stile gibt. Es ist dabei ebenso kompakt wie hilfreich. Von den Führungsrollen über Mitabeitermotivation, der Formulierung zugkräftiger Ziele bis hin zum Feedback und zu Führungsstilen bekommt der Leser das geballte Know-How eines erfahrenen Führungsexperten frei Haus.

Außerdem fordert Hettl den Leser anhand eines Tests auf, den eigenen Führungsstil zu reflektieren und zu prüfen. Dabei ist mir sehr sympathisch, dass er das situative Führen in den Vordergrund stellt und den passenden Stil von Kontext und Mitarbeiter abhängig macht. Schade nur, dass beim Thema Motivation die neueren Erkenntnisse der Hirnforschung kaum Eingang finden. Dennoch: Junge Führungskräfte finden in diesem Buch sehr hilfreiche Werkzeuge für den Einstieg ins Management. Aber auch erfahrenen Managern liefert es genügend Stoff, um den eigenen Stil zu verbessern.

Hettl, Matthias K. (2008): Richtig führen ist einfach. Der Führungskompass zur wirksamen Mitarbeiterführung. Göttingen: BusinessVillage, 120 S.

 

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