Change Management: „Culture eats strategy for breakfast”

Wie viel Veränderung vertragen Menschen und Unternehmen eigentlich? Gibt es eine Grenze des Erträglichen? Wie kriege ich Change in die Köpfe und wie nehme ich die Belegschaft in Change-Prozessen mit? Müssen wir uns überhaupt verändern oder ist Change nur ein Modetrend, der vergeht wie eine Grippe?

Die Autorin Doris Raßhöfer hat in der österreichischen Zeitschrift „Bestseller“ in ihrem Beitrag „change!“ Inhalte meines gleichnamigen Buches sowie kluge Gedanken des Neurowissenschaftlers Hans-Georg Häusel und der Change-Experten Peter Kruse, Roswita Königswieser, Michael Blumenstein und Franz Hirschmugel verarbeitet. Herausgekommen ist ein sehr lesenswerter Beitrag, der vor allem eins herausstellt: Change in Unternehmen geht nicht, ohne die Mitarbeiter einzubinden. Es ist ein Lernprozess, der bei Vorhandenem ansetzen muss. Was Menschen nicht kennen und nicht einschätzen können, erzeugt Angst.. Dann ziehen sie im Zweifelsfall das sichere Unglück dem unsicheren Glück vor. Widerstand ist damit zu erwarten. „Führungskräfte müssen persönlich und gemeinsam mit den Mitarbeitern an deren Ängsten arbeiten“, sagt Königswieser. Veränderung lässt sich somit nicht verordnen wie eine Medizin, sie ist ein Entwicklungsprozess, der viel mit der biologischen Evolution gemeinsam hat.

Es ist aber nicht das Fließen, das Panta rhei, das echten Change ausmacht, wie Peter Kruse betont, sondern es ist ein echter Paradigmenwechsel. Auch die Evolution zeigt derartige Sprünge. Change ist damit mehr als die Optimierung von Prozessen. Es ist ein echter Funktionswechsel im System. Und der funktioniert nur mit der Belegschaft. Ansonsten frisst die Kultur die Strategie zum Frühstück, wie das Franz Hirschmugel so schön formuliert. Will heißen: Die eingefahrenen Strukturen setzen sich wieder durch. Change kann auch nur dann funktionieren, wenn es ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Stabilität und Veränderung gibt. Jedes System braucht auch die Bewahrer. Sie sorgen dafür, dass es funktioniert und produktiv ist. Mehr als 10% „Change-Maniacs“ würde unsere Gesellschaft nicht vertragen, so der Neurowissenschaftler Häusel. Nur eins ist auch klar: Da sich unsere Welt fortwährend verändert, wird es immer wieder die Notwendigkeit zum Change geben. Wer sich dann nicht verändert, bleibt zurück.

Aber lesen Sie doch am besten selbst den Beitrag von Doris Raßhöfer in „Bestseller“ (PDF)

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Über Constantin Sander

Wissenschaftler, Marketer, Coach, Berater, Autor
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