Amazon und Social Responsibility: Nichts geht mehr!

Es erstaunt mich immer wieder, wie es einige Unternehmen schaffen, mit Millionenbudgets ein Image und einen Markt aufzubauen und dann mit Leichtigkeit einen PR-GAU erster Güte hinlegen, der beides in Frage stellt. Mein Entschluss: Ich werde Amazon den Rücken kehren. 

Amazon war ein respektables Unternehmen. Es hat ein atemberaubendes Wachstum hingelegt, ist der größte Buchhändler Deutschlands, bewältigt seine logistischen Herausforderungen mit Bravour, bietet erstklassigen Kundenservice. Das ist die schöne Seite. Die andere, unschöne Seite: Der Konzern presst Verlagen horrende Rabatte ab und behandelt Leiharbeiter laut Pressemeldungen wie Leibeigene. Seit Monaten gehen derartige Meldungen durch die Presse. Amazon schweigt. Auch nach der ARD-Dokumentation zu den unhaltbaren Zuständen in Logistikzentren von Amazon herrscht zunächst Funkstille. Eine Woche brauchte der Konzern, um sich mit einer knappen Verlautbarung an die Öffentlichkeit zu wenden.

Als Marketing-Mensch muss ich sagen: Wie unprofessionell kann PR-Arbeit sein? Als Mensch-Mensch muss ich fragen: Wie dreist und unwürdig kann ein Unternehmens seine Beschäftigten behandeln? Social Responsibility ist offensichtlich für einige Unternehmen eine schöne PR-Fassade, hinter der man machen kann, was man will. Mir wird allmählich klar: Hier wirkt immer noch die alte Schule amerikanischen Managements: Grow fast or die.

Aber im Zeitalter des Internets ist es der Verbraucher, der hier Gegenmacht entfalten kann. Ich für meinen Teil werde Amazon den Rücken kehren, meine Links hier im Blog auf die Buchverlage umleiten, um nicht einen Konzern zu unterstützen, für den Regeln des Anstands scheinbar nur dann gelten, wenn der öffentliche Druck ausreichend hoch ist.

 

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Über Constantin Sander

Wissenschaftler, Marketer, Coach, Berater, Autor
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