„Alles wird gut.“ Vom Sinn des Optimismus

Sind Sie ein Optimist? Dann sind Sie ab von der Realität, denn Studien zeigen: Optimisten schätzen Chancen meist als höher und Risiken als niedriger ein, als sie tatsächlich sind. Allerdings sind sie in guter Gesellschaft, denn die meisten Menschen sind Optimisten. Und sie sind nicht nur glücklicher, sondern auch erfolgreicher als andere. Wie kann das sein?

Sind Sie ein regelmäßige Leser dieses Blogs? Dann kennen Sie sicher meinen Beitrag über das positive Denken (zugegeben, schon eine Weile her)  und sie haben vielleicht auch den Artikel zur Kraft des negativen Denkens gelesen. Darin ging es darum, dass es wenig gesund ist, sich belastende Erlebnisse schönzureden und sich ein Korsett des „think always positive“ anzulegen. Gefühle von Trauer, Enttäuschung, Hilflosigkeit  verlangen, wahrgenommen zu werden. Da ist nichts wegzudenken. Auch notorische Optimisten kennen derartige Phasen. Es besteht aber ein Unterschied in der Interpretation des Erlebten.

Manche Menschen interpretieren zum Beispiel Misserfolge als Zeichen der eigenen Unzulänglichkeit – und verdoppeln damit ihrem Schmerz. So wird nicht nur die Frustration über den Misserfolg erlebt, sondern das eigene „Ich“ herabgesetzt. „Ich schaff’s halt nicht“, oder „Ich bin halt kein Gewinnertyp.“ Solche oder andere Glaubenssätze prägen oft Menschen ein Leben lang. Sie sind Pessimisten. Und in der Tat: Sie sind damit eher realistisch als die unerschütterlichen Optimisten, die selbst auf der untergehenden Titanic ihre Überlebenschancen noch als hoch einschätzen. Die meisten Menschen überschätzen ihre Karrierechancen, ihre Gesundheit und die Sicherheit ihrer Ehe. Aber machen wir einmal den Test. Frage: Wie hoch schätzen Sie Ihr persönliches Risiko ein, an Krebs zu erkranken? Liegt es bei 5%, 10% oder gar bei 50%? Antwort: Es liegt statistisch gesehen bei 30%. Fast jeder Dritte von uns wird an Krebs erkranken. Nun haben wir kein Problem damit, die Statistik zu akzeptieren, aber was unser persönliches Risiko angeht, blenden die meisten Menschen die Realität aus.

Und das ist gut so, sagt die Neurowissenschaftlerin Tali Sharot in einem TED-Beitrag. „Egal was geschieht, ob Du erfolgreich bist oder scheiterst, Menschen mit hohen Erwartungen fühlen sich immer besser, denn wie wir uns fühlen – wenn wir fallengelassen werden oder Mitarbeiter des Monats werden – hängt davon ab, wie wir dieses Ereignis interpretieren.“ Aber Optimisten sollten auch aufpassen und lernen, Risiken besser einschätzen zu können.

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Über Constantin Sander

Wissenschaftler, Marketer, Coach, Berater, Autor
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Eine Antwort auf „Alles wird gut.“ Vom Sinn des Optimismus

  1. Positives Denken, eine optimistische Grundhaltung haben, aus allem das Beste machen, loslassen können, verzeihen können, sich selbst lieben, all das sind meine Lektionen. Aber ich bleibe dran. Trotz meiner Jahre 😉 und kleiner Wehwehchen kriege ich das meist in den Griff.
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